KCO Teletuir 2021

Aktualisiert: Aug 22



Montag, 05.04.21

Postcoronaler Spass


Am Montag 5. April ist es wieder mal soweit, ich darf auf die Teletuir mit Chrigel, Mek und Gspändli. Abfahrt für alle früh morgens in Obwalden (Chrigel 1h später ab Bern mit ÖV) Richtung Simplonpass. Im Hotel Simplonblick bei Nicole werden wir warm empfangen und bekommen unser 2. Kaffee. Das Erste war in Kandersteg beim Verlad (Achtung nur 3 Personen im Kiosk erlaubt!).


Adelato hat die Felle schon drauf, was unsere Tourenwahl schon einschränkt: Wir steigen aufs Magenhorn, ca. 800 Hm zu fellen. Wetter prächtig, kühler Wind. Erste Telekurven sind dann noch zaghaft, aber es kommt. Wir werden bald im Steilwandcouloirfahren geprüft, Tono hat eine Idee, die wir mit Spass und 5 cm Sulz voll cool geniessen. Super Abfahrt. Tono meint, sein Knie sei wieder zu 90% ok und fährt allen davon. Was passiert, wenn er 100% hat? Kann er dann fliegen?


Bei Bier und Nüssli auf der Hotelterrasse, gespickt und sandgestrahlt, lassen wir den Tag ausklingen. Start gelungen, Stimmung super.


Unsere Hotelkollegen vom Skiklub Effretikon mit Seth und Evi als Bergführer*in begleiten uns mit Tourentips und Infos über die ganze Woche.


Tourentip für Dienstag von Nicole: Piz Matratz mit Duvet Nordkante. Ihr werdet sehen.

Erstmal gute Nacht und versinkt schön unter den schweren Decken.


Frédy Abächerli


Tsischtig 06.04.21

Mäderhorn 2895m /Mäderlicke 2886m


So richtig gluschtig sieht das Wetter heute nicht aus, aber Gruppendynamik sei Dank starten wir pünktlich Richtung Berg. Als ernstzunehmendes Hindernis entpuppt sich gleich vor dem Hotel die Strassenquerung, fast hätte ich die 2 Sattelschlepperli aus Richtung Süden übersehen! Glücklich auf der anderen Seite angekommen zieht es uns den Berg hoch.

Bald einmal wird klar, dass uns heute ein garstiger Tag erwartet. Der Wind wird immer stärker und die Temperaturen fallen immer tiefer. Der Name ist heute Programm wir steigen via Chaltiwasser duch das Chaltwassertälli zum Chaltwassersee auf. Langsam frieren die ersten Nasenspitzen ein und die Fingerberi müssen auch ab und zu warmgerubelt werden.

Genau zur richtigen Zeit erreichen wir die Monte-Leone Hütte. Schnell bruzzelt Menü 24 (Steinpilzgemüsesuppe mit Mais mit frischem Schneewasser übrigens rund um die Uhr erhältlich) in der grossen Pfanne.


Das Thermometer aussen am Fenster zeigt -15°C an zusammen mit dem Windchill (50km/h) sind das gefühlte -29°C (gloib der Gugger diä Näsli sind gforä). Zufrieden verlassen wir die Hütte nach 30 min Aufstieg erreichen wir die Mäderlicke, das Mäderhorn in 5min Entfernung muss warten da gehen wir mal hoch, wenn`s weniger windet. Die Abfahrt durch das Bodmertälli Richtung Skigebiet Rothwald leider ein wenig hart, aber ein landschaftlicher Leckerbissen mit Sicht bis z Bodä (Brig). Und schliesslich werden unsere Mühen noch belohnt auf letzten 75m bis zur Simplon Passtrasse hat's bimeid noch megä sulzä. Judihuii!!


Unsere Gides machen Autostopp und werden natürlich tätsch mitgenommen. Eine halbe Stunde später sind wir alle wieder auf der Passhöhe zfridä und glücklich vor einem Kübel Panache.


Auch wenn heute keine Hunde draussen waren, es war trotzdem ein toller Tag mit tollen Typen in einer tollen Landschaft.

Super gsi, dankä!


Tono Imfeld


Mittwoch, 07.04.21

Heute unter dem Motto «rollende Planung»


Wenn man auf dem Simplonpass steht und nach Süden schaut, hat es einen markanten Gipfel, das Böshorn. Das soll heute unser Ziel sein. Aber die Temperaturen sind nicht gerade anmächelig. Ohne Wind ist es schon -10°C, mit Windchill eher -20°C, Brrr ☹

Wir fahren bis Chluismatte und steigen bei starkem Wind langsam auf. Sicht ist solala und die Kälte, na ja. Chrigel macht den Vorschlag doch anstatt aufs Böshorn aufs Galehorn zu gehen. 500m weniger Höhenmeter heisst wieder früher Zuhause an der Wärme zu sein. 😊

Wir steigen noch etwas weiter zum Sirwoltusee auf. Im Sommer soll es hier sehr schön, aber jetzt alles gefroren.


Von hier gibt es ganz verlockend noch einen anderen möglichen Hoger zu besteigen, das Schilthorn. Nur noch 400 Höhenmeter, was auch wieder bedeutet: früher an die Wärme. Also wieder Planänderung. Auf dem Grat angekommen wird der Wind nochmals sehr heftig. Die Felle abzuziehen und ordentlich versorgen schon fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Auf dem Schilthorn sieht man direkt nach Simplon Dorf. Und Tono sieht noch mehr, nämlich Pulverschnee. Hier ist er also, vom Winde verweht. Wieder neuer Entscheid, anstatt auf der Aufstiegspur zurück, ziehen wir unsere Spuren runter Richtung Simplon Dorf.


Wer hätte das gedacht, so eine herrliche Abfahrt bis zur Passstrasse. Im Dorf wollen wir in die von Chrigel erwähnte Bäckerei. Da soll es eine Konfi-Blätterteig-Spezialität geben, mmhh. Leider ist Mittwochnachmittag aber geschlossen. Jä nu, dann halt mit dem Postauto zurück und wir lassen uns im Hotel mit Panache und Pommes-frites verwöhnen. Anschliessend tischen Nicole und Stefan wieder einen 4-Gänger auf. Ja, da ist Kälte schnell wieder vergessen und wir planen schon wieder für den morgigen Tag.


Mek Fischbacher


Donnerstag, 08.04.21

Vom Simplonpass zum Monte Leone 3554m


Das Wetter war uns gut gesinnt. Die Prognose versprach uns den schönsten Tag der Woche und so war es dann auch. So konnten wir unser Wochenziel, den Monte Leone in Angriff nehmen. Dank der optimalen Kühlung des Gefrierschranks Region Simplon mussten wir auch nicht früher aufstehen. So konnten wir uns wie gewohnt, gestärkt nach dem Z’morgen um 8 Uhr auf den Weg machen.


Insidern hatte Nicole schnell noch verraten, was es zum Znacht geben werde, damit wir rechtzeitig retourkommen. Schnell die Strasse überquert, gings bei etwas unter 0 Grad los. Ja, es war zumindest etwas wärmer als die letzten Tage. ;-) Auf dem Weg hinauf zum Panettone überholten wir eine grosse Gruppe Skitüreler, sowie auch unsere Kollegen vom Skiclub Effretikon. Es waren aber auch noch einige Zweierteams am Start zum Breithorn oder Leone unterwegs. Nach einer kurzen exponierten Querung gings das steile Couloir hinauf und dann zum Homattupass. Ein kurzer gemeinsamer Zwischenhalt zum Sockenrichten und schon stand die nächste Etappe Breithornpass (3333m.ü.M) an. Der Schnee war pickelhart und die Harscheisen von grosser Freude. Nur Tono liess es sich nicht nehmen, mit den Steigeisen den Pass zu erklimmen.


Die coronamässigen Abstände ergaben sich dann ganz automatisch durch die verschiedenen Leistungsklassen. So kamen Minä, Frédy und ich am Pass an, als wohl das Leader-Duo Chrigel und Mek schon die Besteigung des Monte Leones starteten. Unter den widrigsten Bedingungen bei Sturmböen und eisiger Kälte fellten wir ab und machten die Abfahrt und Querung zum Skidepot am Fusse des Berges, wo wir auf Gruppe 2 mit Adi, Tono und Silvio stiessen. Die Steigeisen wurden für die letzten knapp 200 Höhenmeter am Südgrat angezogen. Und so gings los durch Fels und Schnee über den Hillary Step weiter zum Gipfel. Unser Leaderteam kreuzten wir in der Mitte und schon kurz darauf erreichte unser Trio den höchsten Gipfel der Lepontinischen Alpen. Ein emotionaler Moment! 14.17 Uhr. Geschafft. Grandiose Rundumsicht ohne Wolken und fast windstill. Vielen Dank unserem Personal Guide Frédy. Angeseilt gings dann voller Zufriedenheit runter zum Skidepot für die Réunion und zum Aufstocken der Energievorräte.


Wie gings nun weiter … Die Idee von Silvio vermochte die Mehrheit nach einer Weile zu überzeugen. Breithorn (mit Wind!) auf dem Rückweg mit nur 100 Höhenmetern mehr. Für mich und Frédy tat es auch die einfache Route retour zum Breithornpass und an einen windstillen, wärmeren Pausenplatz. Für die Abfahrt entschieden wir uns (natürlich Tono’s Idee) für die Südhänge und die die Abfahrt Richtung Simplon Dorf, statt der schattigen Hänge entlang der Aufstiegsspur. Und siehe da, je weiter runter, je sulziger der Schnee! Ein Genuss nach all den Anstrengungen. Die Abfahrt endete in einem Wechselbad aus Weiss und Grün bis dann die Skis endgültig runter zur Simplonstrasse getragen werden mussten. Ankunft Bushaltestelle Eggen 18:00 Uhr, glücklich und müde.


Die Panachés wurden bei Nicole telefonisch avisiert und keine 10 Minuten später gings mit dem «letzten» Poschti hinauf zum Pass. Es hätte am Morgen wohl kaum jemand gedacht, dass es ein 8 to 6 Tag werden würde. Den Essenstermin durften wir dann zugunsten einer wohltuenden Dusche nach hinten verschieben. Und was war nun wohl das verdiente Znacht? Natürlich Walliser Raclette à discretion mit Johannisberg. Hunger hatten wir alle. Um 22 Uhr war dann für alle «aus die Maus». Sogar zu müde für einen Jass!


Marcel Spichtig



Freitag, 09.04.21

Via Lötschental geht’s heim


Mek führt eine noch ausführliche Laudatio zu Ehren von unserem Hotelmami Nicole, bevor wir uns verabschieden. Wir wurden von Nicole und Ihrem Mann gut unterhalten, vorzüglich bedient, und fürstlich bekocht. Ich finde wir haben es aber auch verdient so. Das Thema Corona im Hotel Simplon Blick existierte nicht. Einzig eine klitzekleine Plexiwand auf der Bartheke, wo sowieso niemand stand, hat und in dieser Woche an den CV erinnert. Allein deshalb hat sich die Tourenwoche schon gelohnt; keine Masken und spannendere Gesprächsthemen als Virus und Massnahmen blablabla.


Für unsere Rollende Planung liefert heute Tono die Idee. Wir beschlossen auf dem Heimweg noch ein Skitürli mitzunehmen. Da wir noch den Monte Leone in den Beinen haben kommt uns das Bähndli bis auf den Hockenhorngrat auf 3111m natürlich sehr entgegen. Zuvor geniessen wir noch ein Kafe und Nussgipfel auf der riesigen Terasse auf der Lauchernalp. Das Bergpanorama ist beeindruckend. Ebenso beeindruckend wie viele Berggipfel Fredy benennen kann, ohne den Peakfinder zur Hilfe zu nehmen. Wir laufen bis zum Fuss vom Elwertätsch. (Wer denkt sich eigentlich so komische Namen aus für einen Berggipfel?). An Ort und Stelle, wo wir gerastet haben, beschlossen wir ins Tal runter zu stechen und den Elwertätsch hinter uns zu lassen. Das Tellintal. Knapp 2000 Höhenmeter abwechslungsreiche Abfahrt haben wir vor uns. Die ersten Hängli belohnen uns noch mit schönen Pülverli mit ringen Schwüngen. Je mehr Höhe wir vernichten, desto mehr Herausforderung für unsere Telemarkoberschänkeli. Für die beste Routenwahl schicken wir jeweils Fredy voraus. Er hat ein gutes Näsli für die passende Linie durch die teils Labyrinthartige Abfahrt. Zu guter Schluss müssen wir noch ein paar Höhenmeter ohne Schnee unter den Füssen vernichten.

Perfekt, direkt neben der Busshaltestelle in Blatten, ist die wunderbare Gartenterasse vom Hotel Breithorn. Schon gemein, dass die Restaurants immer noch nur für Hotelgäste geöffnet sind. Doch die Türe zur Küche Stand offen und wir konnten uns ein richtiges grosses Panache (im Glas wohlbemerkt) über die Gasse erbetteln. Zusammen mit Silvios Mocken Trockenfleisch, der für alle aufgeschnitten wird, ein Genuss.


Erst im Nachhinein habe ich geleseny, dass es diese Tour ins Buch «Die schönsten Freeride-Touren der Schweizer Alpen» geschafft hat. Toller Abschluss. Es hat Spass gemacht. Zufrieden und gut durchgelüftet werden wir von unseren Privatchauffeuren zu Hause abgeliefert.


Grossen Dank den Tourenplanern


Adrian della Torre



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